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#42: Oben und unten

Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Geschrei über ihre Bedränger habe ich gehört; ich habe ihre Leiden erkannt.
Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie aus diesem Lande hinaufführe in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt…

2. Mose 3, 7f (LUT)

Wir lernen früh, „oben“ sei besser: Karriereleiter, Rankings, Höhenmeter. Aufstieg klingt nach Erfolg, Abstieg nach Verlust. Gott dreht diese Wertung um. Am Dornbusch sagt er: „Ich habe gesehen, ich habe gehört … ich steige herab, um zu retten.“

Die Topografie des Heils verläuft nicht bergauf, sondern hinunter – dorthin, wo Schmerz, Schuld und Scham wohnen. Der Abstieg Gottes ist kein Absturz, sondern Nähe. Er geht unter unsere Last, unter unsere Angst, unter die Linien, die wir zwischen „oben“ und „unten“ gezogen haben. Deshalb wird Advent nicht auf Gipfeln geboren, sondern am Boden: Krippe statt Ballsaal. Gottes Weg nach unten ist der Weg zu uns.

Vielleicht ist „unten“ der Ort, an dem Würde wieder gefunden wird; weil sie geschenkt wird, nicht erklommen. Gottes Abstieg entwertet den Aufstieg nicht, er rettet ihn vor Hochmut. Er macht aus dem Unten keinen Makel, sondern einen Treffpunkt: Hier, wo wir nicht glänzen müssen, beginnt Befreiung. Wer so ankommt, kann aufrichten. Wer so liebt, kann erheben.

Ich wünsche uns allen eine gesegnete Adventzeit.

Herzlichst,
Ihr/Dein Pfr. Rudolf Waron

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