Saisonarbeit

Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
Prediger 3,11

Jetzt haben wir es fast geschafft. Wir nicht so ganz Fußballaffinen, wohlgemerkt. Wir Fußballnarrischen sind beruhigt, dass es weitergeht auch wenn die EM zu ihrem vorläufigen Ende kommt – 2020 ist ja schon bald. Bis dahin müssen wir mit der WM vorliebnehmen und anderen mehr oder weniger bedeutsamen Wettbewerben und Ligen.

Fast geschafft haben wir auch die Quote, bei der die Menschenrechte außer kraft gesetzt werden sollen. Einer kann es gar nicht erwarten und hat zu früh „Fertig!“ gerufen. Vermutlich handelt es sich dabei um eine ganz subtile Retourkutsche für die in infamer und zum Untergang der Demokratie führen hätten könnende zu frühe Öffnung der Willensbekundungen für die Wahl zum Ober… was weiß ich.
Damit das dritte, das wir fast geschafft haben. Wer ist schon gerne letzte Wahl? Bei den Wahlen geht die Saison in die Verlängerung.

Was ist bei mir gerade im saisonalen Angebot? Das negative Gemeindewachstum behandle ich an den dafür vorgesehenen Höfen, deren Fried(e) nichts mit der Abwesenheit von Krieg zu tun hat, sondern der Einfriedung, sprich Mauer oder Zaun, geschuldet ist.

Die Mauern und Zäune zu überwinden bleibt wohl weiter eine Herausforderung der Zeit. Schade, dass zur Zeit nur die Mauern eingerissen werden, auf denen die Fundamente für Frieden, Demokratie und Wohlstand stehen, während sie dort aufgebaut werden, wo dringend eine neue Saison des Miteinanders, der Wiedergutmachung und der nachhaltigen Friedenssicherung anbrechen sollte.

Aber es geht schließlich um Nichts. Wenn’s schwierig wird, können wir ja aussteigen. Womit wir wieder beim Friedhof wären. Schade, dass die Jungen die relativ junge Errungenschaft der freien Wahlen nicht so zu schätzen wissen wie sie etwa Unbehagen im noch jüngeren Netz der Netze verlautbaren. Aber vielleicht ist die Saison noch nicht gekommen.

Ich bin dann einmal weg und komme erst Mitte September newsletternd wieder zurück – es sei denn, irgend was hat wieder einmal Saison. Huh!

Herzlichst,
Ihr Pfr. Rudolf Waron

08. Juli 2016