Können Sie sich vorstellen…

… werde ich derzeit recht oft gefragt. Und gerne erzähle ich „meine“ Geschichte; manchmal recht kurz, manchmal etwas ausführlicher. Dass ich gebürtiger Hartberger bin, viele Jahre in Wien gelebt habe, um zu studieren und dabei als EDV-Techniker gearbeitet habe. Dass ich gerne Musik höre und mitunter auch mache, dazu die Begeisterung für Literatur und gesellschaftliche Anliegen. Dass ich einen Bruder und eine Schwester habe und ledig bin. Und so weiter.

… frage ich selbst gerne. Dann, wenn ich Menschen begegne, die an ihrer mangelnden Vorstellungskraft leiden. Die einen eingeschränkten Blick haben, nur die Sorgen sehen, die Schulden, die Krankheit. Wie schön ist es, wenn Menschen mehr sehen und wenn wir in Menschen mehr sehen. Manchmal reicht ein kleiner Anstoß und Menschen kommen in Bewegung: Stellen Sie sich Ihre Welt vor, über das Leid und die Defizite hinaus!

 …, dass es uns gelingt,andere zu bewegen, weiter zu sehen und zu denken? Weiter als viel zu eng gefasste Nächstenliebe, weiter als nur die eigenen Taschen, die eigenen Vorteile. Dann können ganz Fremde zu unseren Nächsten werden – Nächstenliebe inklusive. Dann haben wir mehr für die Benachteiligten, als nur das, was übrig bleibt. Dann sind wir auf dem Weg zu einer gerechten und solidarischen Gesellschaft einen Schritt weiter.

…, Herr Waron, dass Sie in Bewegung kommen? Glauben heißt, darauf zu vertrauen, dass Gott mehr in uns sieht, als wir es manchmal können.

Herzlichst,
Ihr Pfr. Rudolf Waron

04. September 2013